Für viele Menschen ist die Zeit um den Jahreswechsel eine Zeit des Umbruchs, der neuen Chancen und der persönlichen Veränderung (oder zumindest der guten Absichten). Ich bin zwar kein Fan von Neujahrsvorsätzen, aber durchaus ein Fan von bewussten Entscheidungen und reflektiertem Leben. Doch bevor wir uns nach vorn ausrichten und uns an unsere Listen machen, wollen wir einen Blick zurückwerfen und uns dabei vor allem von einer Frage leiten lassen.

Was hat Gott in diesem Jahr bewegt?

So schnell können wir unter all unseren Sorgen, Wünschen und Aufgaben die Ausrichtung und den Blick auf Gott verlieren. Doch besonders in diesen Tagen wollen wir uns bewusst Zeit dazu nehmen. Daher erhältst du hier eine kleine Hilfestellung dazu. Nimm ein Blatt Papier (ja, richtig gelesen, versuch es auf die ganz altmodische Art und Weise) und mach eine Liste dazu, wo du Gottes Wirken und Führung überall erleben konntest. Die nachfolgenden Punkte helfen dir dabei. Schreibe dir zu jedem Punkt so viele Ereignisse auf, wie dir in den Sinn kommen. Haste dabei nicht, sondern nimm dir genügend Zeit, um in Ruhe das Jahr Revue passieren zu lassen. Die Gebetsimpulse am Schluss können ein Gedankenanstoß für dein eigenes Gebet vor Gott sein.

1. Welche Hürden hast du überwunden?

Wenn wir ins Alte Testament gehen, lesen wir im Buch der Psalmen:

Denn mit dir kann ich gegen Kriegsvolk anrennen, und mit meinem Gott über die Mauer springen. (Psalm 18,30)

Ein Bibelvers, der oft zitiert wird und uns an Gottes Größe und Treue erinnern will. Denn der Fokus liegt hier nicht auf der eigenen Stärke, sondern auf dem Wesen unseres Gottes. Er ermöglicht es uns, Dinge zu tun, die wir aus eigener Kraft niemals tun könnten. Dinge, die manchmal aus weltlicher Sicht unmöglich erscheinen oder manchmal auch nur für uns selbst undenkbar sind. Doch bei Gott sind alle Dinge möglich (Matthäus 19,26).

Welche Situationen hast du in diesem Jahr erlebt, in denen genau dies geschehen ist? Wo unüberwindbare Hürden vor dir waren, die du mit Gott überwunden hast, und sich in ausweglosen Situationen plötzlich ein Weg erkennbar wurde?

Herr, mit dir bin ich dieses Jahr gleich über mehrere Mauern gesprungen. Einige groß, andere klein. Einige davon habe ich vielleicht noch nicht einmal bemerkt. Aber du bist gütig und hast mich jeden Tag treu durchs Leben geführt. Ich weiß, an deiner Hand werde ich sicher ans Ziel kommen.

Gebetsimpuls

2. Wo hat Gott deine Wunden geheilt und dich getröstet?

Sicherlich zog auch dein Jahr nicht ganz ohne Schmerz an dir vorbei. Die Bibel zeigt uns, dass das Leiden in dieser Welt eine Konsequenz des Sündenfalles, des Risses zwischen Gott und seiner gesamten Schöpfung, ist. Doch Gott gebraucht selbst das Leid dieser Welt für seinen guten Plan. Denken wir nur schon an unseren Herrn. Im Buch Jesaja steht:

Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. (Jesaja 53,5)

Auch als Kinder Gottes erleben wir Leid. Nicht, weil Gott uns vergessen hätte, er uns nicht sehen würde oder es ihm egal wäre. Seine Liebe zeigt sich nicht, indem er uns vor allen Schwierigkeiten bewahrt. Im Gegenteil:

Mein Sohn, verwirf nicht die Züchtigung des HERRN und sei nicht unwillig über seine Zurechtweisung; denn wen der HERR liebt, den züchtigt er, wie ein Vater den Sohn, an dem er Wohlgefallen hat. (Sprüche 3,11–12)

Die Ungewissheit, das Leid und der Tod rufen uns dazu auf, uns an unserem Gott festzuhalten. Seine Liebe, Herrschaft und Treue sind gewiss (Psalm 145,13; Römer 8,38–39). Er ist derjenige, der uns Heilung bringt. Er heilt, die zerbrochenen Herzen und verbindet ihre Wunden (Psalm 147,3). Er ist die Auferstehung und das Leben. Wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt (Johannes 11,25).

In Vollkommenheit werden wir all dies sehen, wenn wir bei Gott sind. Doch schon jetzt dürfen wir erleben, wie Gott tröstet, heilt und uns hilft, an seiner Hand auf dem Weg weiterzugehen. Er nimmt nicht jeden Schmerz von uns, aber er schenkt uns die Kraft, mit ihm zu überwinden.

Wo durftest du erleben, dass Gott dein Herz getröstet hat und du neuen Mut und Zuversicht in ihm finden konntest?

Mein Vater, immer wieder darf ich erleben, wie du durchträgst und mich hältst. Mit all meinem Schmerz und meiner Trauer darf ich zu dir kommen. So durfte ich auch in diesem vergangenen Jahr erleben, wie du Heilung geschenkt hast. Vielleicht, nicht immer so schnell wie erhofft, aber Schritt für Schritt darf ich bei dir heilen.

Gebetsimpuls

3. Wo durftest du als Christ wachsen und mit Reife und im Vertrauen reagieren?

Schwierige Situationen schenken uns immer auch die Möglichkeit, zu wachsen. Denn unser Vertrauen wird nicht in den Tagen voller Sonnenschein gefestigt und unser Glaube nicht bewährt, wenn alles nach Plan läuft.

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. (Jakobus 1,2–4)

Vor zwei oder drei Jahren hättest du gewisse Situationen vielleicht noch völlig anders gehandhabt, als du es dieses Jahr getan hast.

Wo warst du standhaft im Glauben, bis Gott eingegriffen hat, oder bist immer noch beharrlich am Ausharren? Wo hat Gott dir Wachstum geschenkt?

Welche Früchte des Heiligen Geistes durftest du in deinem Verhalten und in deinen Gedanken erkennen (Galater 5,22)? Dabei geht es nicht darum, dass wir uns selbst ins Rampenlicht stellen und uns auf die Schulter klopfen, sondern darum, dass wir Gottes Wirken erkennen und es nicht als selbstverständlich hinnehmen. Ihm sei alle Ehre!

Herr, nicht immer ist der Weg leicht, aber ich danke dir dafür, wie du in diesem Jahr auch in mir gewirkt hast. Du willst mich mehr und mehr deinem Sohn ähnlicher machen und hilfst mir dabei, dass ich zu einem reifen Christen werde. Hab Dank dafür.

Gebetsimpuls

4. Wo konntest du Buße tun und umkehren?

Wachstum hat auch viel damit zu tun, dass wir unsere falschen Wege erkennen und umkehren. Wir wollen uns unter den Willen Gottes demütigen und uns nicht von Stolz oder Angst leiten lassen.

Bestimmt hat der Heilige Geist auch dich in gewissen Bereichen von Sünde überführt. Wann immer er dies tut, wollen wir auf ihn hören und umkehren. Doch in der Realität hat unser Herz oft auch noch ein Wörtchen mitzureden. Dann stehen wir in der Gefahr, nicht hinzuhören, weil wir lieber eigene Wege gehen wollen und wir Gott nicht vollständig vertrauen, dass sein Weg besser für uns ist.

Doch wenn wir in Reue umkehren und Gott vertrauen, dürfen wir immer erleben, dass Gottes Arme weit offen für uns sind.

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns (1. Johannes 1,9-10).

Wo hast du dieses Jahr Umkehr erlebt? Wo hat dir Gott die Kraft und das Vertrauen geschenkt, sodass du Sünden losgelassen hast?

Mein Gott, ich danke dir, dass du mich so sehr liebst, dass du mich immer wieder korrigierst und mich auf den rechten Weg ziehst. Danke, dass du mir auch dieses Jahr die Kraft und die Demut geschenkt hast, auf dich zu hören und dort, wo nötig, umzukehren. Ich danke dir für deine Gnade und Vergebung und bitte dich, mir aufzuzeigen, wo ich nicht in deinem Willen gehen und zu dir umkehren soll.

GEbetsimpuls

5. Wie hast du Gott in seinem Wort und im Gebet kennengelernt?

Hattest du Phasen, in denen du mehr Zeit mit Gott verbracht hast als üblich? Welches Wissen hat sich in diesen Zeiten in dir gefestigt?

Gott möchte, dass du Zeit mit ihm verbringst, weil er weiß, dass es dir guttut. Er liebt dich, will dein Bestes und erfreut sich an dir. Unsere Motivation sollte also nicht ein schlechtes Gewissen sein, sondern wir dürfen im Vertrauen zu ihm kommen, dass es das ist, was wir brauchen. Denn bei ihm kann unsere Seele zur Ruhe kommen. Bei ihm können wir unsere Sorgen abgeben, neue Kraft schöpfen und Zuversicht für alles, was noch kommen wird, erhalten, im Vertrauen, dass er uns liebevoll führen wird.

Wir wollen uns mit Gott und seinem Wesen befassen, uns fragen, wie er ist, und uns Zeit für die Beziehung mit ihm nehmen. Wir wollen diese Wahrheiten in unserem Herzen festigen. Denn der Alltag kommt, Herausforderungen warten und Schwierigkeiten scheinen vorprogrammiert. Umso wichtiger ist es, dass wir dann auf diesen Schatz zurückgreifen können. Damit wir, egal wie unser Umfeld aussieht und was auch kommen mag, einen festen Halt in Jesus haben.

Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst — genau so soll auch mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was mir gefällt, und durchführen, wozu ich es gesandt habe! (Jesaja 55,8–11)

In diesen Versen erinnert Gott durch den Propheten Jesaja sein Volk Israel daran, dass er treu ist. Zwar sah die Situation für sie gerade ausweglos aus, doch sollten sie sich doch darauf verlassen, dass er sie nicht vergessen hat und alle seine Verheißungen erfüllen würde.

Wo konntest du erleben, dass Gott durch sein Wort in dein Leben gesprochen hat? Wo hast du Ermutigung gefunden und über ihn gelernt?

Herr, du offenbarst dich mir in deinem Wort und zeigst mir, wie du bist und was dir wichtig ist. Danke, dass ich dich auch in diesem Jahr besser kennenlernen durfte.

Gebetsimpuls

6. Wo hat Gott deine Gebete erhört?

Nun kommen wir endlich zu dem Punkt, der wohl bei jedem Zeugnisteil gebracht wird. Wir haben gebetet und Gott hat unsere Gebete erhört! Er hat Wunder gewirkt, die nicht nur uns ins Staunen gebracht haben, sondern auch Ungläubige sich verwirrt am Kopf kratzen ließen. Vielleicht waren es aber auch geheime Wünsche, in unserem Herzen, von denen sonst niemand wusste, außer ihm. Vielleicht waren es kleine Wunder: ein Anruf zur rechten Zeit, eine unverhoffte Zusage, ein Versorgen von einer Quelle, mit der wir nicht gerechnet hatten.

Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, dass er uns hört, wenn wir seinem Willen gemäß um etwas bitten. (1. Johannes 5,14)

Manchmal beten wir inständig für eine gewisse Sache, aber nach der Gebetserhörung und einem kurzen Dankgebet, ist die Sache auch schon wieder vergessen. Nimm dir daher die Zeit und denk nochmals über das vergangene Jahr nach. Wo durftest du erleben, dass Gott deine Gebete erhört hat?

Herr, ich danke dir dafür, dass ich deine Treue durch das ganze Jahr erleben durfte und du mir gezeigt hast, dass du mich hörst und bei mir bist. Danke für diese Situationen, in denen ich über deine Barmherzigkeit und Größe ins Staunen kommen und mich mit meinen Gebeten in deinen Willen einreihen durfte.

Gebetsimpuls

7. Wo durftest du erleben, dass Gottes Plan besser war als deine Wünsche?

Genauso wichtig wie die erfüllten Wünsche, sind auch diejenigen, die wir an Gott zurückgeben. Diejenigen, die wir ihm opfern, im Vertrauen darauf, dass auch in unserem Herzen nichts größer werden sollte, als unser Gott. Manchmal kann dieses Loslassen schmerzhaft sein und ein langwieriger Prozess. Einer dieser schmerzhaften Momente, in denen wir Gottes Tragen und sein Wirken in uns erleben dürfen, sodass wir auf unserem Weg als Christen wachsen können.

Es gibt Momente, in denen wir loslassen und nicht erkennen können, wozu dies alles gut war. Vielleicht werden wir es irgendwann zu Lebzeiten noch sehen dürfen, vielleicht aber auch erst im Himmel. Doch manchmal schenkt es Gott, dass wir gleich sehen dürfen, wie viel besser sein Plan war. Wir haben zwar nicht erhalten, was wir uns gewünscht haben, doch Gottes Wirken in unserem Leben hat einen noch viel größeren Segen gebracht, als wir uns zuvor hätten vorstellen können.

Das Herz des Menschen denkt sich seinen Weg aus, aber der HERR lenkt seine Schritte. (Sprüche 16,9)

In welchen Situationen durftest du erleben, dass Gottes Pläne für dein Leben besser waren als deine Wünsche? Wo hat Gott dich überrascht und deine Erwartungen übertroffen?

Mein Gott, du bist gut. Immer wieder hast du mir gezeigt, dass deine Wege gut sind, aber selbst dort, wo ich es noch nicht erkennen kann, will ich darauf vertrauen. So wie du mich durch dieses vergangene Jahr getragen hast, so wirst du mich auch durch das neue Jahr tragen und jedes, das noch kommen wird. Deine Liebe und Gnade tragen mich bis zum Ziel, bis direkt zu dir.

Gebetsimpuls

Mit Dankbarkeit und Freude ins neue Jahr

Nun solltest du eine beachtliche Liste vor dir haben, voller Zeugnisse von Gottes Größe und Güte. All die verschiedenen Punkte darauf, geben Anlass, Gott zu danken und ihn zu loben.

Dem aber, der weit über die Maßen mehr zu tun vermag als wir bitten oder verstehen, gemäß der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Ehre in der Gemeinde in Christus Jesus, auf alle Geschlechter der Ewigkeit der Ewigkeiten! Amen. (Epheser 3,20–21)

Diese Liste ist nun sehr auf uns selbst fokussiert. Doch wir sind gemeinsam mit Gott unterwegs. Wo durftest du also miterleben, dass Gott genau diese Dinge im Leben von deinen Geschwistern gewirkt hat? Tausche dich, nicht nur in dieser Zeit, sondern durch das ganze Jahr hindurch, immer wieder mit anderen Gläubigen darüber aus, wie Gott wirkt, was er getan hat und wo ihr seine Größe und Treue erleben konntet.

Gib ihm die Ehre für all sein Tun und erfreue dich an seiner unglaublich großen Gnade und Liebe zu dir, die du Tag für Tag erleben und die du auch im Leben deiner Geschwister sehen kannst. Erfreue dich an deinem Schöpfer, dem dich liebenden, allmächtigen Gott. Alles, was es dazu braucht, ist ein Moment, in dem du innehältst und zurückblickst.

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